Grundhaltung

Unser Verständnis von Antisemitismus

Unser Verständnis von Antisemitismus ist klar.

Offen oder subtil, laut oder verkleidet, gegen „Zionisten“, „Israel“, „die Lobby“ oder „die Anderen“ gerichtet – Antisemitismus bleibt Antisemitismus.

Der 7. Oktober 2023 war ein Massaker.

Für viele jüdische Menschen hat sich seither alles verändert.

Nicht nur wegen der Tat, sondern wegen dem, was ihr folgte:

Rechtfertigungen. Schweigen. Umdeutungen.

Wir stehen nicht mehr daneben.

Wir stehen – an der Seite Israels, für jüdisches Leben, gegen Antisemitismus.

Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der diese Haltung nicht Mut erfordert – sondern selbstverständlich ist.

Freiheitlich-demokratische Werte

Wir stehen ein für demokratische Werte – nicht als Floskel, sondern als Grundlage eines Gemeinwesens, das Menschen schützt.

Demokratie ist kein Ort der Gleichgültigkeit.

Freiheit braucht Verantwortung, Toleranz und Grenzen – damit sie für alle gilt.

Wer Freiheit nutzt, um andere zum Schweigen zu bringen, verlässt ihren Rahmen.

Wer Offenheit missbraucht, um Hass zu verbreiten, will keine offene Gesellschaft.

Demokratie braucht Haltung.

Und Demokratie braucht Menschen, die sie nicht nur in Anspruch nehmen – sondern auch verteidigen.

Der Staat und seine Verantwortung

Ein demokratischer Staat ist nicht neutral gegenüber Menschenhass.

Er ist verpflichtet, diejenigen zu schützen, die bedroht oder angegriffen werden. Immer.

Ein Staat, der seine Werte ernst nimmt, kann nicht mit jenen kooperieren, die diese Werte untergraben. Menschenwürde ist nicht verhandelbar.

Wenn jüdische Schulen Polizeischutz brauchen, wenn Menschen sich nicht mehr öffentlich zum Jüdischsein oder zu Israel bekennen können, wenn Täter als Aktivisten verharmlost werden – dann hat der Staat nicht „versagt“.

Dann hat er entschieden, wegzusehen.

Wir fordern Schutz – nicht aus Schwäche, sondern weil es die Pflicht des Staates ist.

Wir fordern Rechtsstaatlichkeit – nicht auf dem Papier, sondern im Handeln.

Wir fordern Konsequenz – gegenüber Antisemitismus, egal aus welcher Richtung.

Bildung, Aufklärung, klare Sprache, klare Grenzen – das ist demokratische Verantwortung.

Israel

Israel ist der einzige jüdische Staat.

Seine Existenz ist keine Debatte, sondern Teil unserer Grundüberzeugung.

Für viele jüdische Menschen ist Israel Herkunft, Zuflucht, Familie, Geschichte, Sprache, Gegenwart.

Für manche ist es Heimat, für andere ein Ort der Hoffnung – oder der Sorge.

Aber immer Teil des eigenen Bezugsrahmens.


Wer Israel dämonisiert, delegitimiert oder mit doppelten Standards misst, spricht nicht über Politik – sondern über Juden.

Wir hören das. Und wir benennen es.


Kritik an israelischer Politik ist legitim.

Antisemitismus im Gewand der Kritik ist es nicht.

Wer den Unterschied nicht sehen will, will nicht diskutieren – sondern delegitimieren.


Israel ist nicht perfekt. Kein Staat ist das.

Aber Israel ist ein demokratischer Staat.

Und Teil unserer Geschichte, unserer Verletzlichkeit – und unserer Verantwortung.

Wir stehen an der Seite Israels.

Nicht bedingungslos, sondern bewusst.

Über Wahrheit und Umkehr

Eines der gefährlichsten Muster unserer Zeit:

Täter sprechen wie Opfer. Und viele hören ihnen zu.

Menschen rufen zur Gewalt auf – und nennen es Protest.

Sie feiern Mörder – und nennen es Widerstand.

Sie brüllen „Intifada“ – und tun so, als ginge es um Freiheit.

Wir sagen klar:

Wer Gewalt legitimiert, will keine Gerechtigkeit.

Wer Mord feiert, will keinen Frieden.

Und wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig.

Es gibt keine Entschuldigung für Terror.

Keine für Judenhass.

Keine für das Schweigen danach.

Worte sind nicht neutral.

Sie schaffen Wirklichkeit.


Wir bestehen auf Wahrheit.

Nicht als Meinung –

sondern als Maßstab.